
Warum verkaufte ein Marmeladenstand mehr, wenn er weniger anbot?
In einer Studie aus dem Jahr 2000 richteten Sheena Iyengar und Mark Lepper einen Probierstand in einem gehobenen Lebensmittelgeschäft ein. Wenn er 24 Marmeladen anbot, blieben mehr Kunden stehen. Wenn er 6 anbot, kauften deutlich mehr von denen, die stehen blieben: etwa 30% gegenüber rund 3%.
Das Ergebnis wurde zu einem Schlagwort: „Zu viel Auswahl lähmt uns.“ Dann fassten Forschende die Belege zusammen. Eine Metaanalyse von Benjamin Scheibehenne und Kollegen aus dem Jahr 2010 fand, dass der durchschnittliche Effekt der „Auswahlüberlastung“ über alle Studien hinweg nahe null lag, mit großen Schwankungen je nach Umfeld.
Grenze der Studie: ein Laden, ein Produkttyp, kurzes Beobachtungsfenster
Die nützliche Lehre lautet nicht „Weniger Auswahl verkauft mehr“. Sie lautet, dass Auswahlüberlastung unter bestimmten Bedingungen auftritt, etwa bei unbekannten Produkten, schwierigen Vergleichen und fehlender klarer Präferenz.




